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Hauptwandertreffen Maria Rosenberg (24.06.07)

„Kumme Gucke Mitmache“

so hieß das Motto der Hauptwanderung am Wallfahrtsort Maria Rosenberg (sh. gesonderter Bericht) bei Waldfischbach-Burgalben, ausrichtende Ortsgruppe des Pfälzerwald-Verein Donsieders.

Wanderführer Max Ziereisen brachte uns ins Schwarzbachtal. Gestärkt durch eine Frühstückspause wanderten wir entlang der Schwarzbach zum Wallfahrtsort Maria Rosenberg.

Als Alternative wurde eine Höhenwanderung mit einem schönen Panoramablick von Clausen über Donsieders nach Maria Rosenberg angeboten. Hier warteten schon viele Pfälzerwäldler aus den verschiedenen Ortsgruppen. Dr. Klaus Weichel, Vorsitzender des Pfälzerwald-Verein, begrüßte die große Anzahl der Wanderer. Die Moosalbtaler Blasmusik, mit dem Duo Norma und Hans, sorgten für die musikalische Unterhaltung. Für das leibliche Wohl sorgten für die mehr als 5000 Pfälzerwälder etliche Stände von verschiedenen Ortsvereinen im gesamten Klosterbereich.

Nach dem Umzug der Wimpelträger und der anschließend traditionellen Ausgabe der Wimpelschleifen durch Geschäftsführer Bernd Wallner und Hauptwanderwart Wachowski - für unsere Ortsgruppe an Jennifer und Sascha Rinka, Lukas Schäker und Bernd Lorenz- saß man noch ein bisschen zusammen. Die Kinder konnten sich am Bungee-Jumping testen. Mit vielen schönen Eindrücken brachte uns der Busfahrer wieder nach Hause zurück.

Diese Hauptwanderung war durch eine einmalige Atmosphäre und ein besonderes Ambiente des Wallfahrtortes geprägt, dass nun mal nicht jede Ortsgruppe zu bieten hat.

 

Informationen zum Wallfahrtsort Maria Rosenberg

Wenn man von Burgalben aus in Richtung Donsieders den Berg hinauf wandert, glaubt man, eine Abtei vor sich zu sehen. Es ist kein Kloster, sondern der Wallfahrtsort Maria Rosenberg, der von Priestern der Diözese Speyer betreut wird.

Mittelpunkt der Anlage – sowohl örtlich gesehen als auch der Bedeutung nach – ist die alte „Gnadenkapelle“, deren mittlerer Teil ungefähr um 1150 als Flurkapelle der Prämonstratenser von Wadgassen (Kloster im Saarland) gebaut wurde. Die Prämonstratenser pflegten, wie schon der Name ihres Klosters „Sancta Maria“ andeutet, die Marienverehrung. So erstaunt es nicht, dass sich der 1430 erstmals als „Kapelle am Rodenberg“ (einer Waldrodung) urkundlich erwähnte, später „Maria Rosenberg“ genannte Ort zur Wallfahrtsstätte entwickelte.

Nach Jahrhunderten anhaltender Wallfahrt wurde diese 1570 durch den protestantischen Landesherrn von Hanau-Lichtenberg verboten. Der 1580 von einem fürstlichen Beamten gemachte Vorschlag, zur Unterbindung des nächtlichen Wallfahrtsbetriebs, die Kapelle abreißen zu lassen, wurde nicht verwirklicht. Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatte auch das Heiligtum zu leiden. Im Jahre 1684 wurde die Kapelle den Katholiken wieder zurückgegeben. Um 1712 setzten größere Wallfahrten ein. Man änderte den Namen des Ortes und sprach nunmehr von „Maria Rosenberg“. Im 18. Jahrhundert kam auch das spätbarocke „Gnadenbild“ – die Mutter Maria mit dem Jesuskind – in die Kapelle. 140 Jahre hüteten Einsiedler, die sogenannten „Waldbrüder“, die Kapelle . 1822 verfügte eine aufklärerische Regierung die Schließung der Kapelle. Als die Polizei die Einrichtungen entfernen wollte, stellten sich die Gläugbigen wie eine Mauer vor die Tür. 1844 durfte sich die Wallfahrt wieder ungehindert entfalten.

Interessant ist die neuere Geschichte des Rosenberges, etwa ab dem Jahre 1860, in dem die sogenannte „Jörggesellschaft“ gegründet wurde. Diese Gruppe, bestehend aus zwei Jungmännern und sechs Mädchen aus Donsieders und Clausen, trägt ihren Namen nach dem geistigen Haupt Georg (Jörg) Helfrich, der 1830 in Clausen geboren wurde. Er war ein frommer und intelligenter junger Mann, der gerne Priester geworden wäre, wenn er nicht so arm gewesen wäre. So diente er bei einem Bauern in Donsieders als Knecht. Die Nacht verbrachte er auf der Empore der Kapelle, wo schon die Waldbrüder sich eine Wohnung eingerichtet hatte. Da zu jener Zeit noch kein Priester auf Maria Rosenberg die Wallfahrer betreute, kam der Pfarrer Philipp Braun von Clausen hierher. Wenn er auf dem Weg über Donsieders den Jörg als Messdiener mitnahm, schwärmte er dem jungen Mann von dem Bau einer großen Kirche vor, von der Errichtung einer Seelsorgestelle, vielleicht auch eines Klosters neben der geplanten Kirche. Der junge Mann fing Feuer für diese Idee. Seinen Freund Heinrich Depper gewann er ebenfalls dafür sowie die sechs Mädchen. Sie kamen an Sonntagnachmittagen zum Rosenkranz in die Kapelle. Sie beschlossen, sich zu einem losen Verband zusammenzuschließen mit dem Ziel, die materiellen Mittel für die Ausführung des großartigen Planes zusammenzubringen. Diese Idee brachte ihnen, wie alle neuen und ungewohnten Gedanken, viel Widerstand und Verfolgung ein. Ihren Anführer, den „Betjörg“ (so genannt, weil er bei Wallfahrten vorbetete), brachte sogar Verleumdung ins Gefängnis. Beim Gericht in Zweibrücken stellte sich seine Unschuld klar heraus, er wurde freigesprochen.

Die idealen und auch zähen jungen Leute arbeiteten zuerst in Paris, um das Geld für ihren Plan zusammenzubringen. Als sie beim Ausbruch des Krieges 1870 ausgewiesen worden waren, wanderten sie 1873 nach Amerika aus, dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Mit der Zeit konnten sie eine Farm im Staat Iowa erwerben. Sie lebten als christliche Kommune wie Ordensleute, beteten zusammen, arbeiteten hart und lebten kärglich. Aber sie sind alt geworden und bis auf zwei, in Amerika gestorben, ohne die Erfüllung ihres Wunsches erlebt zu haben. Auch der „Betjörg“ ist fern der Heimat gestorben. Sein letzter Wunsch war: „Wenn ich nur jetzt auf dem Rosenberg wäre, um dort zu sterben!“ Das Andenken an diesen Mann, dem Gott ein besonderes Lebensziel gesetzt hatte, lebt heute noch im Volke fort. Man erzählt sich noch, wie er beim Vorbeten oft recht originelle Gebetsmeinungen vortrug Z. B. „Lasst uns beten für die verblendete Regierung: für die, die auf der Welt herumlaufen und nicht wissen, für was“.

Erst 1912 wurde die große Wallfahrtskirche eingeweiht. Im selben Jahr wurde das erste Wallfahrtsfest gefeiert. Seitdem wird alle Jahre am Donnerstag nach Pfingsten dieses „Rosenberger Fest“ begangen. Zugleich mit der Kirche konnte das sogenannte „Stifterhaus“ eingeweiht werden, in dem ein Mädchenheim für Kinder aus nicht intakten Familien eingerichtet wurde. Seit dieser Zeit sind Mallersdorfer Schwestern als treue Helfer aus der von Pfarrer Dr. Josef Nardini 1855 in  Pirmasens gegründeten Kongregation der „Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie“ auf dem Rosenberg präsent.

Maria Rosenberg ist im Laufe seiner Geschichte ein Zentrum des geistlichen Lebens, der Bildung, der Nächstenliebe und der Begegnung geworden.

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Unseren herzlichsten Dank gilt den Wanderführern Fam. Max Ziereisen und Fam. Karlheinz Schäker für die Planung, Organisation und Durchführung dieses Wandertages.

Bericht und geschichtliche Anmerkungen zum Wallfahrtsort: Edelgard Schäker, 2007

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